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Architektenpreis für Bahnhof Bad Hersfeld

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Fehling: Mehr Funktionalität wäre besser  

 

Bad Hersfeld. Über die Verleihung des Architektenpreises „Simon-Louis-du-Ry-Plakette“ für die Modernisierung des Bad Hersfelder Bahnhofes und seines Umfeldes ist der FDP-Kreisvorsitzende und Viel-Bahnfahrer Thomas Fehling sehr verwundert: „Da wurden selbstverständliche Sanierungen der Bahn, eine überteuerte Bahnhofshalle und ein paar Lichtspiele in der Unterführung ausgezeichnet. Es zeigt sich mal wieder, dass für die Verantwortlichen offenbar ‚schön anzusehen’ wichtiger ist als gute Funktionalität. Statt des teuren Steinbodens und der Säulen sowie anderen unnötigen Schnick-Schnacks hätte man lieber echte Verbesserungen für die Reisenden erzielen sollen.“ Fehling kommt auf Basis seiner Erfahrungen als Viel-Bahnfahrer zu ganz unterschiedlicher Bewertung. So sieht er die Bahnhofshalle als nur bedingt brauchbar, da es weder ausreichend Sitzplätze noch eine Heizung gibt. Das Verlassen der Bahnhofshalle in Richtung Gleise ist für Behinderte fast unmöglich. Die Toiletten sind außerhalb der Bahnhofshalle in einer kleinen Hütte, deren Zugang für Behinderte und Reisenden mit Gepäck eine besondere Herausforderung darstellt. Die Taxispur vor dem Bahnhof ist viel zu schmal, um einen problem- und gefahrlosen Ein- bzw Ausstieg zu ermöglichen. Ankommende Fahrgäste sind ohne ein Handy, um ein Taxi zu rufen, aufgeschmissen und müssen im Regen auf ein Taxi warten, denn eine überdachte Wartemöglichkeit am Taxistand gibt es nicht. Die hoch gelobte, farbenfrohe Unterführung macht einen netten Eindruck und ist eine freundliche Begrüßung auswärtiger Besucher. Dafür sind aber die Grundwasserprobleme und die daraus resultierenden Nacharbeiten mit Mehrkosten keine Auszeichnung für die Planer und die Ausführenden. Fehling weiter: „Die Stadt hat einen ordentlichen Anteil an den ca. 4,4 Mio Euro Baukosten getragen, aber noch immer gibt es im Bahnhof keinen Kiosk, da die Mieterwartungen der Bahn unbezahlbar hoch sind. Dieser Architektenpreis ist an Zynismus gegenüber den täglichen Bahnreisenden, die im Winter in der kalten Halle stehend auf Ihre Züge warten müssen, kaum zu überbieten. Vielleicht sollten die Architekten selber öfter Bahn fahren. Wenn dieses Projekt zu den Besten gehört, darf man mal darüber spekulieren, welche Schwächen die anderen Projekte haben.“

 

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